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Menschen mit Down-Syndrom, Eltern & Freunde e.V.

Haarausfall / Alopecia universalis bzw. areata Home  |  Suchen

Immer wieder wird von Menschen mit Down-Syndrom berichtet, die keinerlei Körperbehaarung haben (Alopecia universalis; typischerweise mit erhaltenen  Wimpern). Oft wird auch ein kreisrunder Haarausfall begrenzt auf bestimmte Stellen (Alopecia areata), beschrieben. Er  kommt bei Menschen mit Down-Syndrom sechs bis acht mal so häufig vor, wie bei der Gesamtbevölkerung (Gesamtbevölkerung: ca. 1% sind davon betroffen).
Die Ursachen für diese Häufung sind unklar, aber es wird vermutet, dass nicht das Down-Syndrom an sich, sondern sogenannte systemische Komplikationen (= den gesamten Organismus betreffende Erkrankungen/Beeinträchtigungen), die gehäuft bei oder in Folge von Down-Syndrom auftreten, dafür verantwortlich sind. Bei Down-Syndrom werden überdurchschnittlich viele Autoimmunerkrankungen (= das körpereigene Abwehrsystem greift körpereigene Zellen fälschlicherweise an) beobachtet. Es gibt eine Form von Autoimmunerkrankung, die zu einer Fehlfunktion der Schilddrüse führt (Autoimmun-Thyreoiditis). Diese Schilddrüsenfehlfunktion wird als mögliche Ursache des gehäuften Haarausfalles bei Menschen mit Down-Syndrom betrachtet: In Folge der Schilddrüsenfehlfunktion entzünden sich die Haarbälge (= die Haarfollikel: "Schläuchlein" um die Wurzel des Haares herum). Autoimmunreaktionen gegen Haarwurzelzellen sind eine vieldiskutierte, aber unbewiesene Erklärung.

Eine ausführliche Übersicht über sonstige Ursachen eines Haarausfalles findet sich auf Seite 277 des medizinischen deutschsprachigen Standardwerkes von Dr. Wolfgang Storm: Storm, Wolfgang (1995). Das Down-Syndrom, Medizinische Betreuung vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.

Neben den üblichen Therapieversuchen mit Cortison-Präparaten gilt der Haarausfall als klassisches Einsatzgebiet von homöopathischer Behandlung.  Zur Therapie gibt es wenig Erfolgsmeldungen und schon gar keine klaren Konzepte oder Rezepte: Hormone (Cortison-Präparate) helfen als Therapie des Haarausfalls wenig bis gar nicht. Immer wieder wird allerdings beschrieben - auch nach Jahren der Haarlosigkeit - ein spontanes Neuwachsen der Haare ohne jede Therapie (Spontan-Remission).



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letzte Aktualisierung: 8.10.2003
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