"Geboren und aufgewachsen bin ich im
Elternhaus.
Zuerst habe ich die Geburt überstanden. Aufgewachsen bin ich als
kleines
Kind, ohne Furcht vor dem Lebensgetöse. In einer Wiege wurde ich
großgezogen.
Das ist alles schon Jahrzehnte her, der Einnerungsschwund hat
eingesetzt."
Ateliergemeinschaft
"Die Schlumper" (Zeichnungen, Aquarelle, Drucke,
großformatige Portraits in Dispersionsfarben)
"Die Schlumper" sind eine Gruppe von derzeit insgeamt 24 kreativen und
künstlerisch tätigen Menschen mit unterschiedlichen
Behinderungen, die seit 20 Jahren unter der Leitung des Künstlers
Rolf Laute arbeiten.
Warum nennt sich die Gruppe "Die Schlumper"? »Was ohn
Vorgedanken, ohn Kunst, unversehens geschiehet, das ist Schlump, der
unvermutete Glücksfall.«Grimmsches
Wörterbuch sh. auch Ateliergemeinschaft
"Die Schlumper" zeigen ihre Tierbilder (8.5.2005)
Atelier
Goldstein: 18 Künstlerinnen und
Künstler mit unterschiedlichen geistigen Behinderungen arbeiten
seit zweieinhalb Jahren in einem Atelier der Lebenshilfe in
Frankfurt-Goldstein unter der Leitung der Diplom-Bühnenbildnerin
Christiane Cuticchio. Unterstützt werden sie dabei von Frankfurter
Künstlern und Studierenden der Kunstpädagogik der Goethe
Universität.
Ausstellung "Bilder
für die Wand": Kunst von Menschen, die geistig behindert
genannt
werden
(Bildband zur
Ausstellung,
130 Seiten, 100 farbige Abbildungen, Hardcover gebunden, EUR 19.90,
zzgl.
Porto und Verpackung)
"Art
brut"
Kunst von "Außenseitern". „Art brut" wörtlich
übersetzt
meint "rohe Kunst", wobei dieses „Roh“ jedoch nicht als
ungeformt oder
minderwertig verstanden werden darf, sondern als unverfälscht und
ungeschönt.
Jean Dubuffet (französischer Künstler), hat die Kunst von
Kindern, "Primitiven", Naiven und Geisteskranken „Art brut“
genannt im
Gegensatz zu den „Arts culturels“. Im Jahre 1949 schrieb er
in seinem
Manifest „L'Art brut préféré aux Arts
culturels“:
„Wir verstehen darunter Werke von Personen, die durch die
Künstlerkultur keinen Schaden erlitten haben, bei denen also der
Nachahmungstrieb, im Gegensatz zu dem, was bei den Intellektuellen
geschieht, wenig oder keinen Anteil hat, so daß die Autoren als
Gestaltungsgegenstand verwendetes Material aus ihrem eigenen Inneren
holen und nicht aus den Schubladen der klassischen Kunst oder der
Kunstrichtung, die gerade in Mode ist. Wir wohnen hier dem ganz reinen
künstlerischen Verfahren bei, einem ‚rohen’ Verfahren,
vollständig neu erfunden von seinem Autor in allen Phasen,
geschaffen allein aufgrund seiner eigenen Anstöße. Eine
Kunst also, in der sich allein die Funktion der Erfindung und nicht
die, wie in der ‚kulturellen Kunst’ üblich, des
Chamäleons
und des Affen manifestiert.“ (Quelle: Prof.
Dr. Günther Gercken, Einführung in die Ausstellung
„Die
Schlumper“)
Zu Art brut siehe auch folgende Links:
(Fach-)Literatur zu Kunst und künstlerischem Schaffen von Menschen mit Behinderung
Georg Theunissen (2006), Art Brut, Kreativität und geistige
Behinderung. Heilpädagogik online 02/ 06
PDF-Datei, ca. 710 KB
Gemälde, die von Menschen mit geistiger Behinderung
verfertigt wurden, imponieren immer wieder als
außergewöhnliche
Kunstwerke. Der Beitrag befasst sich mit dem
Stellenwert und der Klassifikation solcher Kunstwerke innerhalb
der bildenden Kunst. Begriffe zur Klassifikation und Interpretation
solcher Arbeiten wie "Art Brut" oder "Außenseiterkunst"
werden auf ihre Tauglichkeit hin untersucht
und im Hinblick auf die hier interessierenden Kunstwerke
weiterentwickelt.