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Normales Hören ist
Grundlage
für normale Sprachentwicklung
Normales Hören ist eine ganz wichtige
Voraussetzung
dafür, dass Kinder das Sprechen lernen. Dies gilt insbesondere
für
die ersten zwei bis drei Lebensjahre: Denn wenn in diesem Zeitraum ein
Kind nicht angemessen hören kann, findet keine entsprechende
Anregung
der Sprachentwicklung statt. Je länger und intensiver das
Hören
beeinträchtigt ist, desto weniger erfolgreich wird die
Sprachentwicklung
sein.
Neuere Studien weisen darauf hin, dass bei
Menschen
mit Down-Syndrom Hörstörungen mit einer Häufigkeit
von
50% bis 75% auftreten, insbesondere bereits in den ersten drei
Lebensjahren.
Die meisten Hörprobleme sind dabei sog.
Schallleitungsstörungen
(sh. unten Mittelohrentzündung u. Paukenerguss: Die Schallwellen
werden
dadurch gehindert, zum Innenohr zu gelangen), die häufig
korrigiert
werden können.
Sh. dazu auch: W. Storm, A. Hennig, J. Rehberg (2001) Paukenergüsse
bei Neugeborenen mit Down-Syndrom, Leben mit Down-Syndrom, Nr.
37, S. 35f.
Ursachen für Hörstörungen bei Kindern mit Down-Syndrom
Äußeres
Ohr/Gehörgang
Der Durchmesser des äußeren
Gehörgangs
ist im Vergleich zu Kindern ohne Down-Syndrom im Durchschnitt sehr
verengt
(oft mehr als zwei Standardabweichungen unter der Altersnorm).
Zusätzlich
führt bei derartigen engen Verhältnissen des
äußeren
Gehörkanals Ohrenschmalz (= Zerumen) oftmals zu
Verstopfung/Verschlüssen
mit deutlichen Schalleitungsstörungen.
Fehlfunktion der "Ohrtrompete"
(= Tube/Röhre bzw. Eustachische Röhre)
Die "Ohrtrompete" verbindet das Mittelohr mit dem
Nasenrachen und dient
a) zum Druckausgleich zwischen Druck im
Mittelohr/Paukenhöhle
und äußerem Luftdruck
b) zur "Drainage von Sekreten" (= Ableitung
von Flüssigkeitsansammlungen)
Druckausgleich und Drainage geschieht durch das sich Öffnen der Ohrtrompete beim Schlucken.
c) Gleichzeitig verhindert die die "Ohrtrompete" einen Rückfluss von Sekreten aus dem Nasen-Rachenraum ins Mittelohr.
Die Funktion dieser "Ohr-Röhre" hängt insbesondere von einem kleinen Muskel (M. tensor veli palatini; sh. Abb.) ab: Im Ruhezustand dieses Muskels (Muskel ist in Ruhe breiter und kürzer) ist die Röhre fast immer verschlossen. Spannt sich der Muskel beim Schlucken, Gähnen, Schreien oder Niesen an (der Muskel wird bei Kontraktion schmäler und länger) öffnet sich die Ohr-Röhre.
Bei Kindern mit Down-Syndrom liegt häufig eine allgemeine Muskel-Hypotonie (= zu niedrige Spannung) und somit auch eine Hypotonie dieses Muskels vor, was eine schlecht durchgängige Ohr-Röhre zur Folge hat.
Ebenso kann die bei Kindern mit Down-Syndrom veränderte Schädelform ("Brachyzephalus": kurze, rundliche Kopfform) eine veränderte Zugrichtung dieses Muskels zur Folge haben, die oft zu einem Verschluss der Eustachischen Röhre führt.
Außerdem sind bei Kindern die Ohrtrompeten
enger, kürzer und horizontaler verlaufender als bei
Erwachsenen,
was leichter zu einer Verlegung der Röhre mit Sekretstau,
insbesondere
in Kombination mit den vermehrten Infektionen der oberen Atemwege
führt.

Quelle der Abb.: W. Storm (1995). Das Down-Syndrom, Medizinische Betreuung vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Seite 97.
Otitis
media
(= Mittelohr-Entzündung)
(engl. inflammation of the middle ear)
Das Mittelohr (Auris media) ist der Teil des Ohres hinter Gehörgang und Trommelfell, der verschiedene lufthaltige, mit Schleimwand ausgekleidete Höhlen/Räume - insbesondere die Paukenhöhle (= Cavum tympani) - umfasst, die über die sogenannte "Ohrtrompete" (= tuba auditiva) mit dem Schlund verbunden sind (Schlund = Rachen =. Pharynx: der gemeinsame Teil des Luft- und Speiseweges im Anschluß an Mund- und Nasenhöhle bis zum Eingang in die Luft- und Speiseröhre).
Die Entzündung des Mittelohrs wird Otitis media genannt.

Quelle der Abb.: Roche
Medizin
Lexikon 4.0, Urban & Schwarzenberg
chronische seröse/seromuköse
Mittelohr-Entzündung
(auch genannt: Seromukotympanon oder chronischer
Tuben-Mittelohr-Katarrh; sero- = wässrig; mukös=schleimig)
Nach Infekten der oberen Atemwege oder bei unzureichender Belüftung des Mittelohres durch eine schlecht durchgängige Ohrtrompete (s.o.) bildet sich ein Erguss (= eine Flüssigkeitsansammlung) in der Paukenhöhle (= Tympanon = Höhle zwischen Schläfenbein, Trommelfell und Labyrinth und mittendrin die Gehörknöchelchen; Ohrtrompete geht davon ab), mit Trommelfellentzündung (z.T. Trommelfellvorwölbung Richtung Mittelohr) und Schallleitungsschwerhörigkeit.
Mittelohrentzündungen mit chronischen oder sich wiederholenden (= rezidivierenden) Paukenergüssen gelten als die häufigste Ursache für Hörstörungen bei Kindern mit Down-Syndrom.
Behandlungsmöglichkeiten einer Schallleitungsstörung bei chronischer seromuköser Mittelohrentzündung
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