Menschen mit Down-Syndrom... Eltern und Freunde e.V.

Covid-19 und Trisomie 21

Covid-19 / Corona-Virus und Trisomie 21 mit Herzschwäche

Quelle: http://www.kinderkardiologie.org/fileadmin/user_upload/Stellungnahmen/2020_04_08_DGPK_Stellungnahme_Corona_Virus.pdf

Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK)

"Risikogruppen

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt über die ständige Impfkommission (STIKO) die jährliche Influenza-Schutzimpfung ab einem Alter von 6 Monaten für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane und chronische Herz- oder Kreislaufkrankheiten).

Dies bedeutet umgekehrt, dass Sie bzw. Ihr Kind kein erhöhtes Risiko haben, allein weil Sie z.B. bereits mehrfach am Herzen erfolgreich operiert bzw. behandelt wurden.

Übertragen auf das Coronavirus bedeutet dies, dass es augenblicklich nicht notwendig ist und von Seiten der DGPK auch nicht empfohlen wird, Ihr Kind allein aufgrund eines angeborenen Herzfehlers zu isolieren, da deswegen auch kein erhöhtes Risiko für eine schwere Erkrankung besteht.

Entscheidend ist, dass nur eine solche Herzerkrankung, die zur einer bedeutsamen Einschränkung der Funktion des Herz-Kreislaufsystems und damit der körperlichen Leistungsfähigkeit führt, insbesondere kombiniert mit eingeschränkter Lungenfunktion, das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs von COVID-19 erhöhen kann.

Nach den vorliegenden Informationen zählen zu den Risikogruppen aus dem Kreis der Menschen mit einem angeborenen Herzfehler bzw. Herzerkrankungen:

  • Säuglinge mit noch unkorrigierten Herzfehlern und vermehrtem Lungenblutfluss (z.B. AVSD, etc., vgl. Indikation zur RS Prophylaxe)
  • Patienten mit verminderter Lungenperfusion (Zyanose, Sättigung < 90%)
  • Patienten mit bedeutsamer pulmonaler Hypertonie (medikamentös behandelt)
  • Patienten mit chonischer oder schwerer Herzinsuffizienz und Lungenstauung (z.B. dilatative Kardiomyopathie)
  • Patienten mit „failing Fontan“ (Eiweißverlustenteropathie, Herzinsuffizienz, plastischer Bronchitis, etc.)
  • Bei neben dem Herzfehler bestehender chronischer Lungenerkrankung
  • Bei angeborener ausgeprägter Immunschwäche (Di George Syndrom)
  • Bei einigen transplantierten Patienten
  • Bei einem Alter von 50-60 Jahre oder älter

Grundsätzlich kann Ihr betreuender Arzt Ihnen die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe bescheinigen. Diese kann als Hilfestellung dienen, um mit dem Arbeitgeber ein individuelles Vorgehen zum besseren Schutz zu vereinbaren.

Der betreuende Arzt darf jedoch nicht aufgrund der Zugehörigkeit zur Risikogruppe oder für Eltern von Risikopatienten eine Krankschreibung ausstellen."

Covid-19 / Corona-Virus und "Immunschwäche" bei Trisomie 21?

Derzeit finden sich immer wieder Aussagen, dass Menschen mit Down-Syndrom wegen einer bei ihnen vorliegenden "Immunschwäche" generell als Risikopatienten bei der Covid-19-Erkrankung gelten.

Hierzu gibt es eine Stellungnahme von Dr. Hammersen, Kinderarzt, der seit 2006 in der Down-Syndrom-Sprechstunde der Cnopf´schen Kinderklinik (Nürnberg) arbeitet.

Das DS-Infocenter hat diese Stellungnahme veröffentlicht:
Information zum Coronavirus
Besondere Gefährdung oder schwere Verläufe bei Kindern mit Down-Syndrom und Infektion mit dem neuen Coronavirus?

Dr. Hammersen bestätigt, dass das Immunsystem von Menschen mit Down-Syndrom einige "Besonderheiten" aufweist, die sich insbesondere bei Kindern darin zeigt, dass die Immun-Antwort auf einen Infekt im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung schwächer ausfallen kann. Für erwachsene Menschen mit Down-Syndrom ist diese "Besonderheit des Immunsystems" noch unklarer.

Dr. Hammersen fasst zusammen:

"Für die inzwischen in verschiedenen Internetforen und Mitteilungen geäußerten Hinweise, dass Kinder mit Down Syndrom bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 besonders gefährdet sind und zur Hochrisikogruppe gehören, gibt es keine belastbaren Fakten und keine wissenschaftlich überprüfbaren Befunde. Detailliertere Erkenntnisse stehen im Moment nicht zur Verfügung. Es ist zu erwarten, dass man im weiteren Verlauf der Pandemie mehr über diese Erkrankung lernt und dann wahrscheinlich einige der jetzt aufgeworfenen Fragen beantworten kann."

Hier findet Ihr die gesamte Stellungnahme von Dr. Hammersen ...
 

Aktuelles & Termine

Treffen

Unsere Selbsthilfe-Gruppen-Treffen sind wegen der aktuellen Corona-Virus-Entwicklung in Würzburg vorerst abgesagt! Gerne telefonisch oder per Email Kontakt aufnehmen!

____________________________________________________________________________________

Jeden dritten Dienstag im Monat, 20:00 Uhr, Nebenzimmer der Gaststätte "Nikopolis / Zum Katzenberg" (Zobelweg 1, 97084 Würzburg-Heidingsfeld).