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Schlafapnoe (und auch Demenz)

Übersichts-Artikel zu Schlafapnoe und Trisomie 21

Identification de facteurs de risque pour le dépistage du SAOS chez l’adulte porteur de trisomie 21
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1769449325005977

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (auf französisch: SAOS) ist eine häufige schlafbezogene Atemstörung. Charakteristisch sind wiederholte Atemaussetzer während des Schlafs, verursacht durch eine Verengung oder den Kollaps der oberen Atemwege.

Menschen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) haben ein besonders hohes Risiko für diese Erkrankung. Gründe dafür sind unter anderem:

  • anatomische Besonderheiten der oberen Atemwege
  • Muskelhypotonie
  • vergrößerte Mandeln und Adenoide
  • Adipositas
  • craniofaziale Veränderungen

Studien zeigen, dass die Prävalenz der Schlafapnoe bei Erwachsenen mit Trisomie 21 deutlich höher ist als in der Allgemeinbevölkerung. Dennoch wird sie häufig nicht erkannt oder zu spät diagnostiziert, weil typische Symptome schwerer zu interpretieren sind oder Betroffene sie selbst nicht berichten können. Daher besteht ein klinischer Bedarf an einfachen Screening-Kriterien, die helfen, Personen mit hohem Risiko zu identifizieren und gezielt einer Schlafdiagnostik zuzuführen.

  1. Ziel der Studie
    Identifikation klinischer Risikofaktoren, die zur Früherkennung von Schlafapnoe bei Erwachsenen mit Trisomie 21 genutzt werden können.
  2. Studiendesign und Methodik
    Die Untersuchung erfolgte als klinische Beobachtungsstudie. Zentraler diagnostischer Parameter ist der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI).
  3. Zentrale Ergebnisse der StudieHohe Prävalenz von Schlafapnoe
    Das SAOS ist bei Erwachsenen mit Trisomie 21 sehr häufig und oft schwer ausgeprägt.
    Das bestätigt frühere Studien, die Prävalenzen von 40–80 % berichten. 

    Alter als Risikofaktor
    Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Schlafapnoe deutlich.
    Mögliche Gründe:
    zunehmende Adipositas
    strukturelle Veränderungen der Atemwege
    Verschlechterung der Muskelkontrolle der oberen Atemwege

    Exzessive, ausgeprägte Tagesschläfrigkeit

  • häufiges Einschlafen am Tag
  • reduzierte Aufmerksamkeit
  • Müdigkeit trotz ausreichender Schlafdauer

4. Ergebnisse
Wenn bei einer Person mit Trisomie 21 höheres Alter und deutliche Tagesschläfrigkeit vorliegen, sollte eine gezielte schlafmedizinische Diagnostik erfolgen. Betreuungspersonen sollten auf folgende Symptome achten:

  • auffällige Tagesmüdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • morgendliche Kopfschmerzen
  • lautes Schnarchen

Gesundheitsrisiken unbehandelter Schlafapnoe
Unbehandelte Schlafapnoe kann zu erheblichen Folgeerkrankungen führen:

  • kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • kognitive Einschränkungen
  • erhöhte Mortalität
    Bei Menschen mit Trisomie 21 kann dies zusätzlich bestehende Gesundheitsprobleme verstärken.

5. Empfehlungen

  • systematische Aufmerksamkeit für Schlafsymptome bei Erwachsenen mit Trisomie 21
  • Screening bei zunehmendem Alter
  • besonderer Fokus auf Tagesschläfrigkeit
  • bei Verdacht frühzeitige schlafmedizinische Untersuchung

Damit kann die Diagnose früher gestellt und eine Behandlung begonnen werden, z. B.:

  • CPAP-Therapie
  • Gewichtsmanagement
  • chirurgische Maßnahmen bei anatomischen Engstellen

weitere Studie:
Eine mittelschwere bis schwere obstruktive Schlafapnoe scheint bei Menschen im mittleren und höheren Lebensalter das Risiko für zerebrale Mikroblutungen zu erhöhen. Darauf deutet eine prospektive Kohortenstudie hin, die ein Team um Prof. Dr. Chol Shin vom College of Medicine der Korea University in Seoul jetzt in JAMA Network Open vorgestellt hat [1]. Die winzigen Blutungen im Gehirn bergen die Gefahr, dass die Betroffenen im weiteren Verlauf zum Beispiel einen symptomatischen Schlaganfall erleiden oder eine Demenz entwickeln.

https://deutsch.medscape.com/viewarticle/naechtliche-atemaussetzer-mikroblutungen-gehirn-2025a1000xyh?ecd=mkm_ret_260114_mscpmrk-DE_InFocus__etid8022691&uac=27800FY&impID=8022691

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