Menschen mit Down-Syndrom... Eltern und Freunde e.V.

Pränataldiagnostik und Entwicklung der Anzahl von Neugeborenen mit Trisomie 21 in Dänemark

In Dänemark gibt es seit dem Jahr 2004 einen kostenlosen Test auf Trisomie 21. Jede Schwangere kann sich innerhalb der ersten drei Monate untersuchen lassen. Per Ultraschall wird sowohl die Nackenfalte des Ungeborenen gemessen als auch das Blut der Mutter getestet. Daraus berechnen Ärzt*innem, zusammen mit weiteren Faktoren wie dem Alter der Mutter, eine Wahrscheinlichkeit, ob bei dem Kind eine Trisomie 21 vorliegt.

Auch in Deutschland wird bei sogenannten "Risiko"schwangeren (ein Kind mit Trisomie 21 zu erwarten ist kein "Risiko", sondern eine Möglichkeit) ein spezieller Bluttest von der Kasse bezahlt werden, der Auskunft darüber gibt, ob das Ungeborene eine Trisomie 21 hat.

Dieses Pränatal-Screening ist in Dänemark längst ein Standard geworden, den 97 Prozent der Schwangeren wahrnehmen. Das bedeutet einerseits, dass 97 Prozent der Schwangeren in Dänemark eine freie Entscheidung darüber treffen können, ob sie ein behindertes Kind möchten oder nicht.

Es bedeutet aber andererseits auch eine einschneidende Konsequenz: Die meisten Kinder, bei denen das Downsyndrom im Mutterleib diagnostiziert wird, werden nicht geboren. 95 Prozent dieser Eltern brechen die Schwangerschaft ab.

Diese Abschnitte sind weitgehend zitiert aus dem SPIEGEL ONLINE - Artikel vom 24.12.2019 "Gentest auf Downsyndrom: Wo es Kinder wie Daniel bald nicht mehr geben könnte".

Hier nun eine Darstellung der Zahlen zu Menschen mit Down-Syndrom des Dänischen zytogenetischen Zentralregisters (DCCR) der Universitätsklinik in Aarhus: Das DCCR ist ein landesweites Register, für das alle durchgeführten Chromosomenanalysen in Dänemark gemeldet werden.

Die im Folgenden zitierten Statistiken und Grafiken zu Trisomie 21 finden sich hier.

Kinder/Ungeborene, bei denen vor- oder nachgeburtlich Down-Syndrom festgestellt wird, 1970 bis 2018

https://www.auh.dk/siteassets/afdelinger/klinisk-genetisk-afdeling/dccr/pdf/downs-syndrom-1970-2018_figur1.pdf

Ab dem Jahr 2001 sind es circa zwischen 160-180 Kinder/Ungeborene, bei denen vor- oder nachgeburtlich eine Trisomie 21 festgestellt wird, bei den allermeisten vorgeburtlich.

Lebend geborene Kinder mit Down-Syndrom 1990 bis 2018

https://www.auh.dk/siteassets/afdelinger/klinisk-genetisk-afdeling/dccr/pdf/downs-syndrom-1970-2018_figur2.pdf

Bis vor dem Jahr 2004 - der Einführung des kostenfreien Pränatal-Tests - werden circa. 50 bis 80 Kinder mit Down-Syndrom geboren. Ab 2004 werden zwischen 22-35 Kinder mit Down-Syndrom lebend geboren, im Jahr 2018 sind es nur mehr 18 Kinder mit Trisomie 21. Von diesen 18 Kindern sind nur mehr sechs Kinder nach Pränataldiagnostik lebend geboren worden, bei den restlichen zehn war keine Pränataldiagnostik (z.B. wg. des jungen Alters einer Mutter) durchgeführt worden.

Beeindruckende und zugleich bedrückende Statistiken aus Dänemark.

Aktuelles & Termine

Treffen

Jeden dritten Dienstag im Monat, 20:00 Uhr, Nebenzimmer der Gaststätte "Nikopolis / Zum Katzenberg" (Zobelweg 1, 97084 Würzburg-Heidingsfeld).