Menschen mit Down-Syndrom... Eltern und Freunde e.V.

Kunst - Kultur

Deutscher Kulturrat

Kunst und Kultur sind Ausdruck des menschlichen Daseins.

"Kunst und Kultur sind daher ein zentraler Lebensnerv von Städten und Gemeinden. Hier liegt die potenzielle Basis für die kreative Auseinandersetzung mit der Geschichte und mit der Zukunft der Gesellschaft. Ein lebendiges kulturelles Leben macht eine Stadt oder Gemeinde lebenswert und attraktiv. Es stiftet Gemeinschaft, bietet Anregung und Unterhaltung. Kunst und Kultur tragen wesentlich zur Identifikation mit dem Gemeinwesen bei."
(Quelle: Deutscher Kulturrat, Kunst und Kultur als Lebensnerv, 8. Oktober 2010)

UN-Behindertenrechtskonvention zu "Kulturellem Leben"

Mit Artikel 30 Absatz 1 der UN-Behindertenrechtskonvention anerkennen die Vertragsstaaten das Recht von Menschen mit Behinderungen, gleichberechtigt mit anderen am kulturellen Leben teilzuhaben.

Deutschland hat sich mit Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvention verpflichtet, es Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen, ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial zu entfalten und zu nutzen (Artikel 30 Abs. 2 der Konvention).

Auf dieser Seite verlinken wir Beispiele für Kunst und Kultur von und mit Menschen mit Down-Syndrom. Tipps und Vorschläge für Ergänzungen gerne an uns.

Würzburg: Theater Augenblick

Ein außergewöhnliches Theater

Das Theater Augenblick gibt es seit 1998. In Bayern ist es das erste Theater in dem Menschen mit Behinderung als Schauspieler arbeiten. Theater als Profession und nicht als Freizeitbeschäftigung. Das heißt auch, dass die Eintrittsgelder der Theaterproduktionen zur Finanzierung der Löhne der Schaupieler mit Behinderung verwendet werden.
2004 hat das Theater Augenblick seine eigene Spielstätte eröffnen können, auf der nicht nur das Ensemble, sondern auch Gastgruppen auftreten.
Die Regiearbeit des Teams wird immer wieder durch die Zusammenarbeit mit externen Künstlern bereichert, sodass in den letzten Jahren vielfältige Regie- und Choreographie-Projekte entstanden sind.

Hier zum Theater Augenblick nach Würzburg ...

Hier zum aktuellen Programm-Flyer ...

Atelier Goldstein (Frankfurt)

Das Atelier Goldstein der Lebenshilfe Frankfurt am Main e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Beweis zu erbringen, dass bildende Künstler*innen mit einer Beeinträchtigung in der Lage sind, Kunstwerke von Rang zu schaffen. 

Durch eine intensive Vermittlungsarbeit gelang es dem Atelier, Arbeiten der Künstler*innen in nationale und internationale Museen und Sammlungen zu bringen. 2011 erhielt das Atelier Goldstein für seine Arbeit den Binding-Kultur-Preis, einen der wichtigsten Kunstpreise Deutschlands. Erstmalig wurde dieser Preis Künstler*innen mit Behinderungen verliehen.

Kritische Anmerkung von Menschen mit Down-Syndrom, Eltern & Freunde e.V.:

Das Atelier Goldstein spricht selbst noch von "Outsider Art", was unserer Meinung nach nicht (mehr) mit dem am Anfang dieser Seite dargelegten Grundsatz von Kunst und Kultur zusammenpasst, insbesondere nicht mit der UN-Behindertenrechtskonvention, die hoffentlich dazu beiträgt, dass gesellschaftlich eine Trennung von In- und Outsider-Kunst überflüssig wird.

Hier zum Atelier Goldstein ...

Hier zur Übersicht zu den Künstler*innen ...

Eine Künstlerin mit Down-Syndrom des Ateliers Goldstein war die 2017 verstorbene Birgit Ziegert...

Ohrenkuss

Ohrenkuss ist ein Magazin.
Es wurde 1998 gegründet.
Alle Texte im Magazin sind von Menschen mit Down-Syndrom geschrieben.

1998 dachte man noch: Menschen mit Down-Syndrom können nicht lesen und schreiben.
Ohrenkuss-Autorin Anna-Lisa Plettenberg sagt dazu:

Ich will, dass alle wissen: Menschen mit Down-Syndrom können lesen, schreiben und rechnen. 
Und dass die schlau sind!

Seit es den Ohrenkuss gibt, wissen das mehr Menschen.

Im Moment gehören 14 erwachsene Menschen mit Down-Syndrom zum Bonner Ohrenkuss-Team.
Sie treffen sich regelmäßig zu Sitzungen in der Redaktion.

Dazu kommen mehr als 50 Fern-Korrespondenten und Fern-Korrespondentinnen.
Sie schreiben von zu Hause aus.
Sie schicken ihre Texte per E-Mail oder mit der Post.
Sie senden uns Sprach-Nachrichten oder sie treffen und bei Workshops.
Sie schreiben an spannenden Orten wie Melbourne, Zürich oder Südtirol.

Über fast alle Themen haben die Autoren und Autorinnen schon geschrieben:
Über Mode.
Über Wunder.
Und über den Anfang der Welt.

Die Texte der Autoren und Autoren werden nicht korrigiert oder zensiert.
Genauso wie sie geschrieben wurden, kommen sie auch ins Heft.

Ohrenkuss ist unabhängig und werbefrei.
Wir haben keinen Träger.
Ohrenkuss finanziert sich über Abos, Heftverkäufe und Lesungen.
Und wer unsere Arbeit unterstützen möchte, kann etwas spenden.

Was muss man sonst noch über Ohrenkuss wissen?
Björn Langenfeld fasst es kurz und knapp zusammen:

Was sich sagen lässt: Ohrenkuss muss man lesen. Alle.

Quelle für diesen Text und eine wunderschöne Website von Menschen mit Down-Syndrom hier ...

tanzbar_bremen

Zeitgenössischer Tanz für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung

tanzbar_bremen
ist ein Kollektiv von TänzerInnen,
Choreografinnen, Tanz- und SozialpädagogInnen sowie
Kulturschaffenden mit und ohne Beeinträchtigung.

Hier zur Website von tanzbar_bremen ...

Hier zum Tanz-Duett "Rosa sieht rot" (Neele Buchholz, Corinna Mindt) mit Video ...

TOUCHDOWN 21

Über uns

TOUCHDOWN 21 ist ein Forschungs-Projekt.
Ein Forschungs-Projekt mit und über Menschen mit Down-Syndrom.
Wir sammeln Informationen.

Wir wollen das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Und wir wollen Menschen zusammenführen, die dieses Thema beschäftigt.

Hier zur großartigen Website von TOUCHDOWN 21 ...

 

TOUCHDOWN 21 hat eine einmalige Ausstellung erarbeitet.

Eine Ausstellung mit und über Menschen mit Down-Syndrom

Diese Ausstellung erzählt zum ersten Mal die Geschichte des Down-Syndroms.
Sie zeigt Spuren von Menschen mit Down-Syndrom in verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Ländern.

In der Kunst und in der Wissenschaft.

Sie erzählt, wie Menschen mit Down-Syndrom heute in unserer Gesellschaft
leben, wie sie früher gelebt haben und wie sie in Zukunft leben möchten.

    "«Menschen mit Trisomie 21 sind die besten Fach-Leute für das Down-Syndrom.»"
    Julia Bertmann ist Mitglied im Beirat der Ausstellung und hat selbst das Down-Syndrom.

Diese Ausstellung erzählt eine fantastische Geschichte.
Von Außerirdischen mit Down-Syndrom, die das Leben auf der Erde erforschen.

Im Oktober 2016 landen 7 Astronauten und Astronautinnen von einem fremden Planeten auf der Erde.
Sie nennen sich „Second Mission” (zweite Mission).
Sie haben das Down-Syndrom.

Vor 5.000 Jahren sind die ersten Außerirdischen ihrer Art auf der Erde? gelandet.

Die Second Mission hat den Auftrag zu überprüfen, wie es den ersten Siedlern und Siedlerinnen ergangen ist und wie ihre Nachfahren heute leben.

Als lebensgroße Comic-Figuren begleiten die Astronauten die Besucher und Besucherinnen durch die Ausstellung.

Hier direkt zur Ausstellung TOUCHDOWN 21 (auch "Leichte Sprache") ...

Die Wortfinder

Website mit Literatur und jährlichem Literatur-Wettbewerb für Menschen mit sog. geistiger Behinderung, auch für schreibinteressierte Menschen mit Down-Syndrom. Hier ein Text-Beispiel:

Walter Krumnow

Blumen klauen
Blumen geklaut im besoffenen Kopp.
Bei Nacht die Blumen ausm Garten geklaut.
Für wen?
Habbich meine Mudder mitgebracht.
Habbich meiner Mudder gesacht: Hier haste Blumen.
Morgens um vier Uhr bin ich von meine Nichte gekommen.
Drei oder vier Bierchen hab ich getrunken.
Und habbich gedacht: Nimmste mal deine Mudder mit.
Der Nachbar hat nix mitgekriegt, gar nix.
Hamma Bier getrunken und ham uns unterhalten.
Da wurds auf einmal vier Uhr.
Da hab ich die Bumen erstmal mit in mein Zimmer genommen,
Die Blumen in die Vase gestellt und morgens meine Mudder
geschenkt.
Kann ich jetzt ned genau sagen, was das für welche waren.
So bunte oder so.

Weitere Infos und Textbeispiele hier ...

Aktuelles & Termine

Treffen

Jeden dritten Dienstag im Monat, 20:00 Uhr, Nebenzimmer der Gaststätte "Nikopolis / Zum Katzenberg" (Zobelweg 1, 97084 Würzburg-Heidingsfeld).